Tate Modern – das weltgrößte Museum für moderne Kunst, seit 2000 beheimatet in einem ehemaligen Elektrizitätswerk. London Eye – das mit 135 Metern höchste Aussichtsriesenrad Europas. Der Tower of London – eine mittelalterliche Befestigungsanlage, in der acht Raben leben, deren Anwesenheit den Bestand der Monarchie garantieren soll. Diese drei Londoner Highlights stehen stellvertretend für die Vielschichtigkeit und die Wandlungsfähigkeit der europäischen Metropole. Marc Levy macht die britische Hauptstadt nicht nur zum Schauplatz seines neuesten Romans – gemeinsam mit seinem Sohn lebt er auch dort. In unserem Interview erzählt er uns von der Faszination, die von der Stadt an der Themse ausgeht.
„Londinium“ wird um 50 n.Chr. von den Römern an der Stelle einer keltischen Siedlung gegründet. 410 übernehmen sächsische Invasoren die Stadt. Zwischen 1348 und 1350 wird etwa die Hälfte der Bevölkerung von der Pest dahingerafft. Während der Tudor-Dynastie (1485-1603) nimmt London einen Aufschwung. In dieser Zeit wirken zum Beispiel die großen Dramatiker William Shakespeare und Christopher Marlowe. In den Jahren 1664 bis 1666 ereilen die Stadt erneut schlimme Ereignisse: Etwa 75.000 Menschen sterben 1664/65 bei einer weiteren Pestepidemie, im Jahr darauf werden bei einem Brand 80 % der Stadt zerstört. Ab dem 18. Jahrhundert wächst London über seine alten Grenzen hinaus, und auch im 19. Jahrhundert setzt sich dieses Wachstum fort: Die Hauptstadt des British Empire ist nun auch die größte Stadt Europas. Im Zweiten Weltkrieg werden Teile Londons durch deutsche Bombardements zerstört.
London hat heute eine Ausdehnung von etwa 1.580 Quadratkilometern und ist damit knapp 1,8-mal so groß wie Berlin. Mit etwa 7,2 Millionen Einwohnern hat London mehr als doppelt so viele Bewohner wie die deutsche Hauptstadt (3,4 Millionen). Mehr als ein Viertel der Londoner ist ethnischen Minderheiten zuzurechnen. In der Stadt werden mehr als 250 Sprachen gesprochen. Damit ist London „kosmopolitischer“ als jede andere europäische Metropole. Die meisten Londoner sind Christen, zu den verbleibenden drei Millionen Einwohnern gehören Sikhs, Buddhisten, Hindus, Moslems und Juden.
In der Stadt gibt es mehr als 200 Museen. Mit dem Maritime Greenwich, den Kew Gardens, dem Tower of London und den Houses of Parliament hat London vier Stätten, die zum Weltkulturerbe gehören. London ist mit mehr als 40.000 Geschäften eine der großen Einkaufsmetropolen der Welt. Besucher und Einheimische können in knapp 10.000 Pubs, Clubs, Diskotheken und Restaurants entspannen – oder in den vielen Parks und Grünanlagen, die mehr als 30 Prozent des Stadtgebiets bedecken.
London ist eines der begehrtesten Reiseziele: Pro Jahr verbringen ca. 27 Millionen Besucher mindestens eine Nacht in der Stadt. Vielleicht sind auch sie von der „ungeheuren Energie“ beeindruckt, die Marc Levy an London so begeistert.
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